WAZ 06.09.2010 – Ein “Raum” über der Lippe

Ein “Raum” über der Lippe

Im dritten Versuch schaffen es Künstler Frank Hochmuth und Helfer, sein Holz-Kunstwerk über Wasser schweben zu lassen

Ein Raum über der LippeAutokrane hoben das Werk des Künstlers Frank Hochmuth wieder über die Lippe

Es ist geschafft: Im Im dritten Anlauf ist es dem Team um Frank Hochmuth am frühen Samstagmorgen gelungen, das Kunstobjekt “Raum” im Bereich der Lippekaskade über der Lippe zum schweben zu bringen.
Das Objekt aus Asten hängt nun an gut vier Millimeter dicken Stahlseilen, die vom Lippezentrum über den Fluss bis zum Teppichhaus gespannt sind. Geschätzte 40 Kilogramm bringen die drei ineinander verschachtelten mit einer Kantenlänge von bis 2,70 Meter auf die Waage. Dennoch ist Hochmuth sicher, dass die jetzt verwendetetn Seile auch halten werden. “Da ist mehrfache Sicherheit eingeplant, je nach Winkel in dem sie gespannt sind, können die das vier- bis achtfache Gewicht tragen”, erläutert er. So werde die Installation auch Wind- und Sturmböen standhalten. Am Wochenende zuvor waren zweimal die verwendeten Seile gerissen – zuerst eine starke Angelschnur, danach ein dünneres Stahlseil.
Der Morgen hatte zunächst mit Reparaturenarbeiten an den Würfeln aus Ästen begonnen. Das Objekt war seit dem vorigen Wochenende am Lippeufer abgestellt und mit Seilen gesichert gewesen. Unbekannte hatten diese durchtrennt. “Das Objekt ist nicht darauf ausgelegt, auf dem Boden zu stehen”, so Hochmuth zu den Gründen, warum es dadurch teilweise in sich zusammengebrochen und beschädigt worden war. Mit zwei Autokranen einer Bergkamener Firma wurden nach der Reperatur dann die Seile über den Fluss gespannt und der “Raum” über der Lippe aufgehängt worden – unter dem Applaus von Beteiligten und einigen Zuschauern.
Frank Hochmuth war erleichtert und zufrieden . ” Ich hoffe, dass jetzt eine fruchtbare Diskussion darüber aufkommt, was das ist, was es sein soll, und dass sich viele Lüner daran beteiligen.” Vielleicht komme ja auch der eine oder andere von außerhalb, um es sich anzuschauen, dann hätten auch die Geschäftsleute etwas davon. Er bedankte sich bei den vielen Helfern, die dafür gesorgt hätten, dass das Projekt gelungen sei -  bei denen, die beim Sammeln der Äste oder beim Aufbau geholfen hätten, bei der Stadt, die sich von der Idee habe überzeugen lassen, bei den Eigentürmern der Immobilien, an denen das Objekt aufgehängt ist.  Nicht umsonst trage die Aktion den Titel “Raum gemeinsam schaffen, nicht allein”, denn allein hätte er sein Ziel nie erreichen können.
Bei dem Lünern, die das Spektakel am Samstagmorgen beobachtet hatten, waren die Reaktionen gemischt. Die einen sahen neugierig zu, die anderen stapften eher wütend und  mit kritischen Worten vorbei. Immer wieder gab es offensive Kritik an den Kosten für solch eine Aktion – dass nicht die Stadt dafür zahlte, sondern FRank Hochmuth selbst, war bei vielen bis dahin noch nicht angekommen.

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